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Fachbeitrag: CE-konforme 19" Einschubtechnik

Leere 19" Gehäuse sind immer CE-konform, weil keine elektrischen Komponenten vorhanden sind, die Störstrahlungenaussenden oder gestört werden können. Es ist deshalb nach dem EMV-Gesetz unmöglich, ein CE-Zertifikat für diese Leergehäuse zu erhalten.

 

Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Regelung und zur Erfüllung der Betriebssicherheit gilt aber für die Hersteller der mechanischen Komponenten für die Elektronik, die Voraussetzungen zur Einhaltung der "Elektro-Magnetischen Verträglichkeit (EMV)" für die Gerätehersteller zuschaffen.

 

Die Schirmung von elektronischen Einzelbaugruppen kann in unterschiedlichen 19"-Gehäusen erfolgen. So in Frontplatten-geschirmten Steckbaugruppen, -Kassetten, - Baugruppenträgern und in übergeordneten -Gehäusen und -Schränken.

 

Der Aufwand der Schirmung kann sinnlos werden, wenn die elektrischen Anschlüsse nicht entsprechend geschirmt ausgeführt wurden. Dabei ist zu beachten, daß die bisher üblichen rückseitigen Steckverbinder nach DIN41612 nicht abgeschirmt werden können, da sie aus Kunststoff bestehen.

 

Für den wirksamen EMV-Schutz der Elektronik werden geprüfte geschirmte mechanische Baugruppen durch die Gehäusehersteller angeboten. So werden von Fischer Elektronik geschirmte Steckbaugruppen, Kassetten und Baugruppenträger zur Erfüllung der EMV-Forderungen produziert.

 

 

EMV-geschirmte Baugruppenträger

 

Die modulare Baugruppenserie BGT in den wählbaren Standardtiefen 180, 240 und 300 mm ermöglicht eine vielfache Anzahl von Variationsmöglichkeiten. Zur Realisierung der aktuellen EMV-Anforderungen erlaubt diegleiche modulare Bauweise unter der Bezeichnung "EGT" den Aufbau von geschirmten Baugruppenträgern. Der EGT ist in hoher Qualität durch besondere Oberflächenverfahrenfarblos chromatiert, welche für eine gute elektrische Leitfähigkeit sorgen.

 

Abnehmbare Abdeckungen mit oder ohne Lüftungsöffnungen schirmen den "EGT" von der Ober- oder Unterseite ab. Nach Erfordernis sind zusätzliche Kontaktfederstreifen, die über die Kanten der Abdeckung geschoben werden, montierbar. Die Lüftungsöffnungen in den Abdeckungen sind so ausgebildet, daß auch bei freier Konvektion eine hohe Schirmdämpfung erreicht wird. Die nachrüstbaren Zusatzkomponenten wie z. B. unterschiedliche Kontaktfedern, haben den Vorteil, daß bereits bestehende Geräte auf die jeweiligen Anforderungen bei Bedarf nachträglich ohne mechanische Nacharbeit aus Kostengründen angepaßt werden können.

 

 

 

Geschirmte Frontplatten

 

EMV-geschirmte Frontplatten, auch klappbar, die auch rückseitig einsetzbar sind, ergänzen das Sortiment. Die Frontplatten bestehen aus einem eloxierten Außenblech und elektrisch leitenden gelb chromatiertem Abschirm-Innenblech, über welches Kabelschirme oder Filter niederohmig und niederinduktiv mit den Baugruppenträgerteilen verbunden werden können.

 

 

Steckbaugruppen

 

Teilfrontplatten für Steckbaugruppen stehen in 3 HE und 6 HE, in den Teilungsbreiten 4 bis 14 TE zur Auswahl. Über Kontaktfedern werden diese Baugruppen seitlich zu den Bau- guppenträgerseitenwänden kontaktiert.

 

Besondere Zinkdruckgußkartenhalter lassen eine beidseitige Montage je nach Wahl des Anwenders im Raster von 1TE (5,08 mm) zu. Zusätzlich sind Kontaktfedern unter den leitenden Kartenhaltern montierbar, die für eine elektrisch leitende voreilende Kontaktverbindung zu den leitenden Modulschienen des Baugruppenträgers sorgen.

 

Als Zubehör werden Kontaktfedern angeboten, die zwischen dem Druckgußkartenhalter und der elektrisch leitenden Frontplatte montierbar sind.

 

Diese Kontaktfeder dient als voreilender Kontakt oder auch zur elektrostatischen Entladung (ESD).

 

Nach Erfordernis kann an den Steckbaugruppen die Lötseite der Leiterkarte durch außen metallisch leitend beschichtete Kunststoffabdeckungen abgeschirmt werden.

 

 

 

Führungsschienen

 

In Ergänzung zu den Standardführungsschienen wurden neue verstärkte Führungsschienen entwickelt, die eine hohe Stabilität erreichen und deren seitliche Gitter-konstruktion eine optimale Kühlungder Leiterkarte zulassen. Für die Erfüllung der Forderungen zum mobilen Einsatz sind diese einschraubbar und bei Bedarf können Kontaktfedern zur Erdung oder Modulschienen des "EGT"eingesetzt werden. Grundsätzlich sind links und rechts mittig die Führungsschienen mit federnden Stegen versehen.

 

 

Kassetten

 

Aus dem umfangreichen Sortiment an unterschiedlichen Bauformen der Kassetten sind für eine Abschirmung die Bauform "I,F, V, M, HB" und die Rasterkassetten N sowie Kühlkörper- kasseten "KSK" besonders geeignet.

 

Die Bauform "I" für 3HE-Europakarten ist mit einem AL-Schirmblech und einer Kunststoffleiter-Kartenabdeckung auf der Lötseite der Leiterkarte versehen. Auf Wunsch ist die Leiterkartenabdeckungaußen elektrisch leitend beschichtet.

 

Die Bauform "F" für 3HE, "V" für 6HE besteht aus einem AL-Strangpreßprofil und einer Abdeckhaube in unterschiedlichen Teilungsbreiten.

 

 

Die Kassetten der Bauformen "M"und "HB" setzen sich aus jeweils zwei gleichen oder in der Breite unterschiedlichen Profilen zusammen und bilden einen Tubus in den Teilungsbreiten 10, 12,14, 19, 21 und 28TE. Die Kassette der Bauform M ist baugleich, aber noch mit zusätzlichen Kühlrippen versehen.

 

Die Befestigung der Leiterkarten in den Kassetten ist äußerst einfach, da die Schraubnut im Abstand des Steckverbinders (88,9mm) liegt.

 

 

Die Rasterkassette "N" ist von 8TE/10TE und dann um ein Vielfaches von 2TE der Breite, z. B. 12, 14, 16, 18 usw., durch zwei unterschiedliche Zwischenprofile erweiterbar.

 

Diese Kassette läßt sich links und rechts in Führungsschienen normgerecht einschieben.

 

Außerdem ist das innere Raster der Führungsnuten für 3HE-Europakarten durchgehend 5,08 mm und somit besonders auch für Busplatinenverdrahtung geeignet. Durch die relativ engen Anschraubpunkte der Profile und einer zusätzlich angebotenen elektrisch leitenden Hohlschlauchdichtung ist diese Kassette in elektrisch leitender Ausführung besonders EMV-dicht.

 

Die Frontplatten können nach Wunsch mit AL-Griff oder Kunststoffgriff versehen werden.

 

Kühlkörperkassetten der Bauform"KSK" sind ab 12TE mit einem Kühlkörper (SK 421) versehen. Die kanellierten Kühlrippen lassen eine optimale Wärmeabfuhr zu. Andere Teilungsbreiten (19-, 20-, 21TE) werden durch Versetzen des Kühlkörpers nach rechts über Verlängerungslaschen erreicht.

 

Der Tubus der Einschubkassette mit Frontkühlkörper Bauform "EFK" ist der gleiche wie bei den vorgenannten KSK-Kassetten mit dem Teilungsmaß 8TE. Die Frontplatte wird bei dieser Bauform durch ein Kühlkörperprofil (GP 210) gebildet. Dieses Kühlkörperprofil für Frontplatten ist auch an Steckbaugruppen (8TE) montierbar.

 

Auf Wunsch können die Frontplatten der Kassetten außen eloxiert (nicht leitend) und innen chromatiert (leitend) geliefert werden.

 

 

Fischer Elektronik GmbH & Co KG

Entw./Konstr.

Dipl.Ing.Lothar Kampe

 

 

Copyright © Dipl.Ing. Lothar Kampe. Alle Rechte vorbehalten.

Dieser Fachbeitrag kann bei Quellenangabe ohne Rücksprache mit Fischer Elektronik publiziert werden.

 




 
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